Reinhaltungsverband Region Neusiedler See-Westufer– Störfallinformation

Die Verbandskläranlage Schützen am Gebirge ist gemäß § 2 Zi. 6 lit. b StlV auf Grund der Anlagengröße von 66.500 EW eine informationspflichtige Anlage im Sinne der Störfallverordnung.

Bezeichnung der AnlageVerbandskläranlage Schützen/Gebirge  Pappelwiesen 1, 7081 Schützen
BetreiberReinhaltungsverband Region Neusiedler See – Westufer
Pappelwiesen 1
7081 Schützen am Gebirge
02684/25250

Auskunftspersonen für nähere Informationen

Montag bis Donnerstag, 07:00 bis 16:00 Uhr, Freitag: 07:00 bis 12:00 Uhr

Betriebsleitung &
Anlagenverantwortliche
Tel.: 02684/25250

Notrufnummern

für externe Störfälle und Wahrnehmungen betreffend die Regionalkläranlage

Schichtdienst 1Tel.: 0664/3816961  (00:00 bis 24:00 Uhr)
Schichtdienst 2Tel.: 0664/3816962  (06:00 bis 22:00 Uhr)

Anlagenbeschreibung

Die Verbandskläranlage Schützen/Geb. dient der mechanisch/biologischen Reinigung der kommunalen und industriellen Abwässer von 9 Gemeinden und sämtlicher in dieser Region ansässiger Industrie- und Gewerbebetriebe, weiters der ordnungsgemäßen Behandlung und Entsorgung des dabei anfallenden Klärschlammes.

Die Verbandskläranlage Schützen/Geb. umfasst ein Betriebsareal von 2,5 ha und beschäftigt derzeit 8 fachlich geschulte Mitarbeiter.

Im Wesentlichen besteht die Kläranlage aus folgenden Anlageteilen:

  • Mechanische Reinigungsstufe (Zulaufbauwerk, Rechenhaus, Sandfang)
  • Biologische Reinigungsstufe (Belebungsbecken, Nachklärbecken, Gebläsestation und Phosphorfällung) und nachfolgend Ableitung in die Wulka
  • Schlammbehandlung (Eindicker und Vorlagebehälter, Schlammentwässerung Schlammzwischenlager)

Beschreibung der potentiellen Gefährdungspotentiale,  Beurteilung durch eine Störfallanalyse

Es wurde betriebsintern eine umfassende Störfallanalyse durchgeführt und darauf aufbauend Maßnahmen für die Handhabung solcher Störfälle festgelegt. Dabei wurden folgende mögliche betriebsinterne und betriebsexterne Störfälle  betrachtet:

Interne Störfälle:

  • Störfall bei der Manipulation und dem Einsatz von Betriebsmitteln
  • Verkehrsunfall
  • Brand
  • Gasaustritt
  • Rohrleitungsbruch

Externe Störfälle:

  • Hochwasser
  • Energieausfall
  • Eindringen von feuergefährlichen, explosiven, wassergefährdenden Schadstoffen in das der Verbandskläranlage vorgelagerte Kanalisationsnetz
  • im Speziellen dazu: Störfälle bei den maßgeblichen industriellen und gewerblichen Einleitern mit Eindringen gefährlicher Stoffe in das Kanalnetz

Potentielle Gefährdungsbereiche

  • Grundwasser
  • Atmosphäre
  • Vorgelagerte Kanalisation
  • Vorfluter Wulka – Neusiedler See

Mögliche Auswirkungen auf eine davon eventuell betroffene Öffentlichkeit wurden erhoben und Verhaltensmaßnahmen festgelegt.

Diese Sicherheitsanalyse erbrachte, dass vor allem der Gefährdungsbereich „Vorfluter Wulka“ durch nur teilweises oder nicht gereinigtes Abwasser betroffen sein könnte. In solchen Fällen liegt primär eine Umweltgefährdung vor. Das Fischen und Betreiben von Wassersport im Bereich der Einleitung in die Wulka und im Abwasserfahnenbereich ist in solchen Fällen zu unterlassen. Eine direkte Gefährdung von Personen kann weitgehend ausgeschlossen werden.

Es kann mit sehr großer Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden, dass der Gefährdungsbereich „Grundwasser“ betroffen ist. Folglich kann davon ausgegangen werden, dass für das Grundwasser und dessen Nutzung weder eine Umwelt- noch eine Personengefährdung gegeben ist.

Der Gefährdungsbereich „Atmosphäre“ könnte in Brandfällen durch Rauchschwaden betroffen sein. Nicht ausgeschlossen werden können Geruchsbelästigungen.

Im Brandfall sind von Anrainern im direkten Umkreis der Kläranlage die Fenster und Türen geschlossen zu halten und im betroffenen Bereich sind Wege außerhalb der Gebäude nach Möglichkeit zu vermeiden.

Der Gefährdungsbereich ,,Angrenzende Kanalisation“ könnte bei Ausfall der Zulaufpumpwerke der Kläranlage im Mischwasserfall (d.h. bei Regenwetter) bei einem Anstieg des Abwasserniveaus (bis zur Höhe des Notüberlaufes plus Überlaufhöhe) durch Abwasserrückstau betroffen sein. Dies könnte in der Folge bei nicht ordnungsgemäß funktionierenden oder fehlenden Rückstauklappen in Hauskanalanschlüssen zu Überflutungen von unter der Rückstauebene gelegenen Bereichen führen. Eine Umweltgefährdung oder eine Gefährdung von Personen ist dabei aber nicht zu erwarten.

Maßnahmen zur Gewährleistung eines  störungsfreien Betriebes

Für die Verhinderung von Störfällen wurden nachfolgend angeführte organisatorische sowie technische Vorkehrungen getroffen.

Organisation:

Von unserem Fachpersonal (8 Mitarbeiter) wird die Kläranlage regelmäßig gewartet und 7 Tage pro Woche, 24 Stunden pro Tag überwacht. Für die Zeit außerhalb der Normaldienstzeiten ist ein Schicht- und Ruferreichbarkeits- bzw. Alarmdienst eingerichtet.

Automatisierte Warneinrichtungen überwachen die wesentlichen Teile der Kläranlage rund um die Uhr (siehe weiter unten).

Regelmäßige Schulungen, Unterweisungen und Betriebsanordnungen (Notfallpläne etc.) sorgen für die nötigen Kenntnisse der Mitarbeiter, um auch im Störfall richtig reagieren zu können.

Anlagenausstattung:

Die gesamte bauliche und maschinelle Anlage sowie die Elektro-, Mess-, Steuer-, Regel und Leittechnik entspricht dem Stand der Technik und hat dementsprechende Redundanzen und Reserveaggregate vorgesehen, sodass grundsätzlich ein dauerhaft sicherer Betrieb gegeben ist.

Technische Überwachungssysteme und technische Ausstattung:

Der gesamte Kläranlagenbetrieb ist automatisiert und online überwacht. Generell wurden alle Anlagenteile und Aggregate mit den nötigen Reserven und Redundanzen errichtet.

Für die sichere Überwachung ist ein automatisches Alarmierungs- und Informationssystem installiert. Bei Betriebsstörungen allgemeiner Natur, aber auch bei Störfällen werden damit zwei Schichtmitarbeiter bzw. zwei sich in Rufbereitschaft befindliche Mitarbeiter per SMS informiert. Diese Mitarbeiter beheben die Störung und führen bei Bedarf eine weitere Alarmierung gemäß Alarmierungsplan und Notfallplänen durch. Sollte dieses SMS-Alarmierungssystem ausfallen, werden die sich in Rufbereitschaft befindlichen Mitarbeiter telefonisch alarmiert.

Ergänzend dazu ist eine Gaswarnanlage installiert, die im Falle von Gasaustritten oder bei Gasbildungen in geschlossenen Anlagenteilen automatisch die relevanten Anlagenteile abschaltet und ebenfalls mit Alarmzielen verknüpft ist.

Baulich wurde für die Verbandskläranlage ein Brandschutzkonzept erarbeitet und umgesetzt, welches zahlreiche klar abgetrennte Brandabschnitte und Fluchtwege vorsieht. Ein Ausbreiten von Bränden und ein Übergreifen auf andere Anlagen- und Gebäudeteile ist dadurch weitgehend unterbunden bzw. erschwert. Brandschutzpläne liegen bei der Feuerwehr Schützen am Gebirge auf.

Entsprechend der Verordnung der Bundesregierung über den Schutz der Arbeitnehmer/innen vor explosionsfähigen Atmosphären (BGBI. II Nr. 309/2004) wurde eine diesbezügliche Analyse unter Beiziehung externer Fachleute durchgeführt und das geforderte Explosionsschutzdokument erarbeitet.

Mit all diesen Maßnahmen zum präventiven Schutz unseres Personals und der Anlagen vor Betriebsstörungen und deren Auswirkungen werden die potentiellen Möglichkeiten der Auswirkungen auf eine eventuell betroffene Öffentlichkeit weitgehend reduziert. Ein gewisses Restrisiko von Störungen des Kläranlagenbetriebes, insbesondere durch Ereignisse, die außerhalb des Einflussbereiches der Verbandskläranlage Schützen/Gebirge liegen, kann trotz aller zuvor angeführten technischen und organisatorischen Maßnahmen nicht gänzlich ausgeschlossen werden.

Informationsablauf bei Betriebsstörungen

Im Falle einer Betriebsstörung im Sinne des Störfallkonzeptes ergehen die Informationen an nachfolgende Stellen (nachfolgende Auflistungen in alphabetischer Reihenfolge):

  • Bezirksverwaltungsbehörde
  • Feuerwehr Schützen
  • Fischereiberechtigte
  • Gemeinden Schützen am Gebirge, Oggau und Donnerskirchen

Übermittlung und Veröffentlichung dieser Störfallinformation:

  • Auflage in den Gemeindeämtern Schützen am Gebirge, Oggau und Donnerskirchen
  • Aushang am Einfahrtstor der Verbandskläranlage Schützen am Gebirge
  • Bezirkshauptmannschaft Eisenstadt-Umgebung
  • Gewässeraufsicht des Amtes der BGLD Landesregierung
  • Landesfeuerwehrkommando
  • Landessicherheitszentrale
  • Wasserrechtsbehörde des Amtes der BGLD Landesregierung
  • Feuerwehr Schützen
  • Landesfeuerwehrkommando
  • Landessicherheitszentrale
  • Veröffentlichung im Internet: www.rhv-nsw.at Subseite Notfallinformation
  • Wasserrechtsbehörde des Amtes der BGLD Landesregierung